Visual Content – Best Practise

Auf den ersten Blick ist es der SEO-Alptraum schlechthin: Statt Text, der von den Google-Bots ohne weiteres gecrawlt werden kann, wird ein Bild wie eine Infografik verwendet. Doch auch wenn man nicht noch einmal das schreiben sollte, was schon in der Grafik steht: Ein Erklärungstext unter der Infografik wirkt nicht redundant wenn gut verfasst und somit ist das Crawling gerettet. Doch was gibt es beim Visual Content selbst zu beachten? Ein Beitrag zur Blogparade von endphase.de.

Grafiken für Teaserbilder

Die Teaserbilder sollten das zusammenfassen, was im Text erklärt wird. Da im Content meist mehrere Punkte mit mehreren begleitenden Bildern angeführt werden, muss man fürs Teaserbild auch mehrere Bilder zusammenschneiden und die Mühe sollte man sich auch machen. Denn eine Grafik aus mehreren Bildern bestehend, wirkt wenn sauber zusammengeschnitten gleich wesentlich professioneller als ein einzelnes Symbolbild und wertet die Seite erheblich auf. Außerdem kann die Teasergrafik dan gleich nochmal als Aufmacherbild vor Beginn des Artikels verwendet werden.

Teaser Grafik Bildbearbeitung
In dem Artikel mit dieser Teasergrafik ging es um die 10 besten Bosch Akkuschrauber Sets… Keine leichte Aufgabe

Die Teasergrafik sollte zudem das Interesse des Lesers wecken. Wenn man zum Beispiel zwei Personen in einem Artikel miteinander vergleicht, wie Google CEO Sundar Pichai und Microsoft CEO Satya Nadella, sollte man in der Teasergrafik das ganze dramatisieren. So kann man die beiden Köpfe einander anblickend zusammenschneiden, am besten von Szenen in denen die CEOs etwas aufgeregt waren. Allerdings sollte man auch das nicht übertreiben – Schließlich will man Seriösität ausstrahlen und ist kein Boulevardblatt. Generell gilt: Menschen kaufen Menschen. Und Bilder, die Gesichter abbilden wecken das Interesse viel mehr als Bilder von Dingen. Für Schriftzüge oder Logos gilt: Diese müssen gerade heutzutage nicht mehr aufwendig erstellt werden, denn der Trend bei Logos geht klar zur Einfachheit.

Teasergrafik visual content personen
In dieser Grafik für eine Dartscheiben-Nischenseite habe ich Dartprofis portraitiert. In der Grafik sind alle Gesichter emotional und die dargestellten Personentypen sind möglichst gemischt und ähneln sich nicht zu sehr

Bilder im Artikel

Artikelbilder sind wichtig, um den Text aufzulockern. Gerade bei viel Text kann die Buchstabenwüste ansonsten sehr einschüchternd wirken und sorgt für viele Absprünge der User. Genauso wie man bei Artikeln im Internet wesentlich mehr Absätze einfügt, als in Printmedien, sollte man auch wesentlich mehr Bilder einfügen.

Außerdem können die Informationen, welche im Text stehen, hier nochmal zusammengefasst werden. Das Gehirn kann Informationen, die durch Visual Content vermittelt werden, wesentlich schneller aufnehmen – 60 000 mal – als Text.

wikipedia artikel visual content
Typisch für Wikipedia: Die Bilder sind rechts und Inhaltsverzeichnis und Sidebar links

Wo ist der richtige Platz für Bilder im Artikel?

Wo soll ich meine Bilder hinpacken und in welcher Größe: Volle Größe oder zur Lightbox zoombar? Es ist durchaus unüblich Bilder im Artikel nach rechts zu packen. Ich finde aber das kommt auch ganz darauf an, wo die Sidebar liegt. Liegt die Sidebar links und man packt auch noch seinen Visual Content nach links, herrscht ein großes Ungleichgewicht an zentralem Content. Wikipedia zum Beispiel hat seine Sidebar Links und Bilder sind deswegen immer rechts.

Ein Bild mittig zu platzieren, ist meist am praktischsten: Dann braucht man sich keine Gedanken machen, ob der Text eigenartig umgebrochen wird, denn bei mittiger Platzierung erfolgt dies meist mit dem css-Attribut „Display:block“ sodass links und rechts vom Bild kein Text stört. Folgende weitere Gründe sprechen für mittige Platzierung des Bildes:

  • Man kann damit prima neue Textabschnitte einleiten.
  • Das Bild kann viel größer dargetellt werden, da links und rechts vom Bild sowieso nur Weißfläche ist.
  • Google mag große Bilder mehr als kleine: Die große zentrale Grafik oder das Bild sorgt für bessere Rankings
  • Durch das breitere Bild ist auch mehr Platz für die Caption darunter

Bildquellen

Es gibt einige Photostock-Seiten, die Bilder kostenfrei anbieten und die keine Urheberrechtsverletzungen darstellen („royalty free“). Ich bevorzuge außerdem Bilder, bei denen man nicht die Quelle nennen muss. Bei folgenden Seiten ist das der Fall, beziehungsweise teilweise der Fall:

https://pixabay.com/ (deutsche Suchbegriffe eingeben)
http://www.stockphotosforfree.com/
https://www.flickr.com/
http://www.freedigitalphotos.net/

Fazit: Visual Content ist kein Hexenwerk

Viele denken bei Visual Content an Photoshop / Gimp-Orgien (ok Gimp-Orgien können auch was anderes sein…), aber es gibt auch genug kostenlose Bilder und die meisten Teasergrafiken sind eher Zusammenschneide-Arbeit, wofür man sich einfach Template anfertigen kann. Außerdem kommt es vor allem auf die richtige Verwendung an. Wenn man das ganze dann auch noch suchmaschinenfreundlich macht, ist Visual Content Visual „bontent“ (very punny).